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Tour aufs Kröndlhorn: Kein Kreuz, dafür eine Kapelle

Unser Tourentipp führt diese Woche ins Unterland. Nämlich nach Westendorf, ins Windau-Tal hinein. Von dort geht unsere Rundtour hinauf aufs Kröndlhorn, auch als „Kreandl“ bekannt.

Vom Gebiet des Reinkarsees steigen wir hinauf zum Kröndlhorn.
© flex

Westendorf – Die Kitzbüheler Alpen ragen zwar bei Weitem nicht so hoch hinauf wie etwa die Stubaier-, Zillertaler- oder Ötztaler Alpen, aussichtsreich sind sie trotzdem. Welches Panorama die Kitzbüheler Alpen aber wirklich bieten, davon haben wir uns diese Woche selbst überzeugt. Unser Ziel war das Kröndlhorn (2444 Meter), bei Einheimischen besser als „Kreandl“ bekannt.

Auf dem Kröndlhorn finden wir kein Kreuz, sondern diese Kapelle mit vielen Sterbebildern vor.
© flex

Vom Talschluss (Parkplatz Holzplatzl, Foisching) führt die Runde gegen den Uhrzeigersinn zuerst hinauf zur Oberkaralm. Von dort weiter zum Reinkarsee und hinauf zum Gipfel des „Kreandl“. Der Abstieg erfolgt über die Rotwandalm. Unterschätzt sollte die Tagestour allerdings nicht werden. Auf mittelschwierigen Bergwegen führt sie nämlich über 13 Kilometer und 1200 Höhenmeter und erfordert bei einer Gehzeit ab sechs Stunden einiges an Kondition.

Und so kommt man hin:

Von Westendorf folgen wir mit dem Auto (zuerst Asphalt, später Schotter) ins Windautal hinein. Vorbei am Gasthaus Jägerhäusl, dem Steinberghaus und der Gamskogelhütte, erreichen wir den letzten Parkplatz ganz hinten. Die drei Euro Mautgebühr zahlen wir ob der Länge des Tales sehr gerne und auch die Schotterstraße präsentiert sich in einem ausgezeichneten Zustand.

Vom Parkplatz (eingezäunt) geht’s zuerst etwa fünf Minuten wieder talauswärts, bis wir auf den Forstweg, der hinauf zur Oberkaralm führt, treffen. Ein Stück wandern wir die breite Schotterstraße hinauf, bis wir schließlich auf einen Wanderweg abzweigen, der uns zur Oberkaralm bringt.

Die Tour ist wirklich sehr gut markiert und beschildert und eigentlich kann man sich nicht verlaufen. Direkt hinter der Alm geht’s weiter in Richtung Westen. Zwar wird der Weg etwas steiler, schwierig ist er aber nicht. Nur auf gutes Schuhwerk sollte man während der gesamten Runde nicht vergessen. Die wasserreichen Almenböden sind immer wieder ziemlich „gatschig“.

Nach knapp zwei Stunden Gehzeit erreichen wir den rund 1,5 Hektar großen und glasklaren Reinkarsee auf 2194 Metern. Ein absolutes Highlight der Tour. Für Hartgesottene bietet sich sogar ein Sprung ins kühle Nass an, mehr als sieben Grad Wassertemperatur hat der Bergsee aber nicht.

Das Gebiet um den Reinkarsee beschreibt auch eine Sage: So soll demnach ein Senner seinen Bauern so gehasst haben, dass er dessen Alm zugrunde gewirtschaftet hat. Nach seinem Tod wurde er dafür bestraft. In der Gestalt eines schwarzes Stieres trieb er auf der Alm sein Unwesen, so lange, bis der Bauer und zwei Mönche den bösen Geist endlich verbannen konnten.

Während des Abstiegs hat man die Rotwandalm eigentlich immer im Visier.
© flex

Es geht weiter. Vom Reinkarsee folgen wir nun den Hinweisschildern hinauf zum Kröndlhorn (eine Stunde). Nie schwierig. Lediglich kurz unterhalb des „Kreandls“ ist eine kurze und leicht ausgesetzte und seilversicherte Passage zu bewältigen, die aber kein Problem darstellt. Vom Sattel, den wir kurz danach erreichen, geht’s mit Einsatz der Hände aber trotzdem unschwierig zum Gipfel des Kröndlhorns.

Und wo ist das Gipfelkreuz? Es gibt keines. Dafür ziert eine Gedenkkapelle mit Hunderten Sterbebildern im Inneren den höchsten Punkt. Das höchste „Gotteshaus“ der Kitzbüheler Alpen bietet aber nur Platz für zwei Personen. Auch die Gedenkkapelle erzählt ihre Geschichte, eine wahre: Eine Westendorfer Bauersfamilie versuchte mehrmals, eine Familie zu gründen. Doch das Schicksal meinte es mit mehreren Todgeburten nicht gut.

Als es endlich klappte, räumten Ärzte dem schwer kranken Kind wenig Überlebenschancen ein. Aus Verzweiflung beteten die Bauersleute zu Gott. Sollte das Kind überleben und gesund werden, würden sie am „Kreandl“ eine Gedenkkapelle errichten. Und so geschah es.

Obwohl das Kröndlhorn nur 2444 Meter hoch ist, das Panorama und der Ausblick sind gigantisch. Vor allem der Blick nach Süden, zu den höchsten Gipfeln der Hohen Tauern oder nach Osten zum markanten Großen Rettenstein, hinkt einem Dreitausenderausblick um nichts hinterher.

Noch ist die Runde aber nicht zu Ende und wir müssen weiter. Bis kurz unterhalb des Reinkarsees ist der Abstieg ident mit dem Aufstieg. Dann zweigen wir nach rechts ab und folgen dem Steig über Kare hinunter zur Rotwandalm. Zwei Stunden vom Kröndlhorn zur Rotwandalm muss man einplanen.

Und dort kehren wir natürlich ein, denn nach so einer Runde muss eine Jause schon sein. Die Alm wird von Carola Obermoser geführt. Nach traditioneller Art wird Käse und vieles mehr selbst produziert. Schweine, Kühe, Ziegen dürfen im Gebiet der Rotwandalm ein herrliches Almleben genießen. Übrigens: Mittwochs ist die Alm geschlossen.

Gestärkt und mit hausgemachtem Ziegenkäse im Rucksack erwartet uns noch der Abstieg von der Alm bis zum Parkplatz beim Auto, welches wir nach rund 30 Minuten Gehzeit erreichen.

Fazit der Tour: 1200 Höhenmeter, 13 Kilometer und eine Gehzeit von rund sechs bis sieben Stunden. Konditionsstarke Wanderer dürfen mit dieser Rundtour einen Leckerbissen im Windautal erleben.

Freilich ist die Tour auch im Uhrzeigersinn möglich. Jedoch sind die Wege gegen den Uhrzeigersinn bequemer zu begehen. Und auch die Alm zum Schluss lädt nach getaner Arbeit zum wohlverdienten Einkehrschwung ein.

In diesem Sinne, eine schöne Tagestour im Unterland und im Windautal. (flex)


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